Trommelbremse ES überholen

  • Hi Leute,


    bevor ich mit meinem Voyi zum Tüv fuhr, bin ich mal aus den Bremsenfrüfstand gefahren. Da zeigte die hintere linke Trommelbremse gewisse "schwächen". Also hab ich sie zerlegt und mal geschaut was da ist.
    Als erstes hab ich den Radbremszylinder auf gängigkeit geprüft. Das kann man, indem man die Bremsbacken abwechselnd reindrückt. Die Kolben müssen ohne großen Kraftaufwand reindrücken lassen. Dabei muss der gegenüberliegende rauskommen.

    Sieht eigentlich ganz gut aus. Aber auf dem zweiten und dritten Bild sieht man, das sie sich nicht nachstellt. Der Nachstellhaken steht zu weit unten.


    Also zerlegen und richten. Nach dem Aushängen des Nachstellseiles und Ausbau des Nachstellhakens sah ich, das der Bolzen auch etwas nach oben gebogen war. Dadurch ist der Haken auch weiter weg.

    Dann die oberen Federn aushängen. Die halbrunde Führung auch rausmachen.

    Die Seilführung mit einer Bürste reinigen. Wenn die nicht sauber ist, funktioniert die Nachstellung nicht und das Seil rostet fest.

    So, jetzt nur noch die untere Feder aushängen und die Haltefedern(die Druckfedern, die die Bremsbacken ans Ankerblech drücken) "Rausdrehen". Wie auf dem Bild zu sehen mit einer Wasserpumpenzange vorsichtig halten, reindrücken und um 90° drehen. Dabei den Haltestift von hinten festhalten, damit er nicht nachgibt und sich mitdreht.

    Beim rausmachen des Nachstellers auf Einbaurichtung achten!
    Jetzt den Nachsteller prüfen ob er läuft(ACHTUNG Linksgewinde) und das Gewinde und den hinteren Drehbolzen etwas einfetten. Vor dem Zusammenbau das Ankerblech sauber machen und die Anlageflächen hauchdünn mit etwas Kupfer- oder Alupaste einfetten. Auch mal auf die Feststellbremse treten lassen. Dabei schauen ob die Seile gut laufen ohne das diese beim lösen hängenbleiben.


    So, jetzt das Ganze in umgekehrter Reihenfolge. Backen mit Haltestiften und Federn reinmachen. Dabei aufpassen, das der Hanbremshebel eingehängt ist. Den oberen Drucksteg(das Ding mit der ovalen Druckfeder) wieder einhängen. Mit der breiten Nut zum Handbremshebel und der Wölbung nach OBEN. Sonst streift das Ding nachher an der Nabe!
    Nun den Nachsteller reinmachen. Die Gewindeseite kommt gegenüber vom Nachstellhaken hin. Dann mit der untere Hauptfeder die Bremsbacken zusammanhängen. Jetzt wirds etwas fummelig. :P

    Wie auf dem oberen Bild zu sehen ist, die Seilführung rein und die Zugfeder reinhängen.

    Dann das Seil oben auf den Haltebolzen einhängen und über die Seilführung legen. Jetzt kann man die obere Feder wieder einhängen. Aber nach möglichkeit ohne das Seil hinter der Führung einzuklemmen. Wenn das allen endlich so ist, wie auf dem Obern Bild, kann man auch die andere Feder wieder einhängen. Dann den Nachstellhacken einbauen, dessen Feder einhängen und den Nachstellhaken wieder mit dem Seil verbinden/einhängen.


    Wenn alles richtig ist, sieht es aus wie auf dem Bild unten. :D


    Auf dem folgenden Bild kann man sehen, wie man von Außen mit einem Schraubenzieher an den Nachsteller kommt. Dazu macht man einen "länglichen" Gummistopfen raus. Der ist von der Rückseite der Trommelbremse gut zu sehen. Er ist unten mittig im Ankerblech.
    Man sieht auch, das der Nachstellhacken wieder weiter oben steht als vorher und somit auch wieder besser greift.


    Um eine gute Voreinstellung zu bekommen, stellt man den Nachsteller von Hand etwas nach. Dann mal testhalber die Trommel raufmachen. Wenn es ohne Wiederstand geht, nochmal runter und nochmal ein paar Zähne nachstellen. Das solange wiederholen, bis die Trommel leicht streift. Dann wieder ein bißchen zurückstellen.


    Jetzt Trommel drauf, Lager einstellen und SICHERN.


    Jetzt funktioniert sie mechanisch auch wieder einwandfrei. Der Tüv war zufrieden. :D



    P.S. Hir noch ein Bild von einem Wichtigen Utensiel. Eine Wasserdichtes Teilebehältnis. Nein, es regnete diesmal nicht in Ströhmen. ;( Diesmal war es Schnee und Graupel. Wie man auf manchen Bildern sehen kann.
    Arbeitsthemperatur zwischen -2°C und -9°C. Also fast schon Biergartenwetter. :D



    P.S.S. Dies war nur ein Bericht wie ich die meine Bremse instandgesetzt habe. Bremsen sollten nur von einem Fachmann repariert werden. Also Nachahmung auf eigene Gefahr.

  • hi,


    also das du bei der kälte draussen arbeitest: hut ab :107:


    und da mir auch noch eine bremsenüberholung bevorsteht find ich deine bebilderte dokumentation hier natürlich besonders gut. =)


    danke.



    gruß


    ps:digicam möchte ich aber bei dir auch nicht sein. erst raus in die kälte und dann noch schwarze, klamme, schmierige finger... ;)

  • Tja MrSmyth,


    Gewohnheitssache. Heist aber nicht, das ich da besonders wild drauf bin, mich bei dem Wetter unters Auto zu legen. Da gefällt mir ne schöne Warme Kneipe schon besser. :P Aber meine Olympus hat schon einiges hinter sich. Mit dem Lumpen, der vor der Fotoreinigung frisch gewaschen war, hab ich sie wieder sauber bekommen. :D

  • Tip-Top Dokumentation !!! :107:
    An die Hinterradbremse mußte ich zwar noch nicht ran, aber mit dieser
    Anleitung kriegt das jeder "Do-it-your-self"er hin.


    Bringt es was, die Seile und beweglichen Teile mit Cu-Fett zu behandeln,
    damit nicht wieder was fest rostet ?


    @Badboy
    Der Bericht gehört unbedingt in unseren Reparatur-Guide :D


    Gruß Raik

    92er ES 3.3 LE Euro2 *black cherry=M9* seit 1999 / 335.000 km
    96er NS/GS 3.8 LE FWD Euro2 2.61t *candy apple red=H2* seit 2004 / 307.000 km
    beide verschrottet 04/2012

  • hey


    wenn die trommel fest sitzt dann muss du dann den versteller ran. siehe bild von elmat mit dem schraubendreher. dann muss die bremse komplett zurück gedreht werden. ein paar mal rüttel (zur not hammer) und die trommel müsste runter kommen


    alex

  • Hi,


    das mit den Trommeln runtermachen ist etwas Glückssache. Ich probier erst, nachdem ich das Radlager demontiert hab, mal nur die Trommel zu drehen und gleichzeitig drann zu ziehen.(Dicke Lederhandschuhe verhindern Verletzungen!!!) Löst sich die Trommel etwas, kann man vorsichtig mit nem Schraubenzieher zwischen Ankerblech und Trommel hebeln. Immer gleichmäßeig an mehreren Stellen. Nicht zu sehr verkannten, lieber wieder etwas zurückkloppfen sonst verklemmt sie erst recht.
    Wenn das nicht geht, Rad wieder anschrauben, dann hat man wehsentlich mehr Kraft. Dabei versuchen gleichmäßig zu ziehen. Wenn die Trommel zu sehr verkanntet, geht es noch schlechter. Sollte das dann immer noch nicht gehen, gibt es noch die Möglichkeit über die Nachstellöffnung den Nachsteller zu lößen. Da braucht man ne Taschenlampe, damit man den Nachstellhaken sieht. Diesen mit nem kleinen Schraubenzieher in Richtung Rad drücken, damit die Verzahnung frei ist. Dann mit nem zweiten Schraubenzieher den Nachsteller von unten nach oben drehen. Also wenn man von Fahrzeugheck auf die Trommel sieht, dreht man zum lößen, auf der Fahrerseite den Nachsteller gegen den Uhrzeigensinn und auf der Beifahrerseite im Uhrzeigersinn. Natürlich ist das eine furchtbare Fummelei und funktioniert auch nur, wenn der Nachsteller nicht festgegammelt ist.


    Also gutes Gelingen und lieber nach dem Zusammenbau dreimal kontrollieren ob alles wieder richtig montiert ist! :D



    P.S.Sollte das alles nicht funktionieren, was eigentlich so gut wie nie vorkommt, gibt es noch ne Andere Möglichkeit. Aber die will ich hier aus Sicherheitsgründen lieber nicht beschreiben. Wenn das wirklich mal so sein sollte, schickne PN mit Tel.Nr. an mich.

  • Nimm einfach das Foto und "Spiegel" es mit einem Fotobearbeitungsprogramm. Dann hast ein bild von der Anderen Seite. So ist es auf jeden Fall bei meinen Bremsen. Also Baugleich, nur Seitenverkehrt.

  • Hallo!



    Ich sehe Du hast an dem BETÄTIGUNGSHEBEL eine Feder montiert(Oberstes Foto)?


    Bei mir klappert der Hebel nämlich wie Sau und weiss mir keinen Rat wie ich das Autochen ruhig bekomme.........



    Gruss
    Elmar